^ übersicht Mythen der Elektromobilität Teil 1 - Wo soll der Strom für die Elektroautos herkommen?

07.04.2016 by Tesla3.de

Zu Teil 2 der Serie: Mythen der Elektromobilität – Wie umweltfreundlich sind Elektroautos wirklich?

In dieser Serie möchte ich Mythen der Elektromobilität, die immer wieder im Netz kursieren und sich hartnäckig halten, mit Fakten widerlegen. Die meisten dieser Mythen entstehen durch Vermutungen, die ohne Belege als Fakten dargestellt werden oder auf veralteten Informationen basieren.

Teil 1 behandelt die oft gestellte Frage, wo denn der Strom für die zukünftig vielen Millionen Elektroautos mit Stromspeicher herkommen soll. Manche versuchen mit den Ängsten der Menschen zu spielen und behaupten es müssten dafür neue Atomkraftwerke gebaut werden, andere wiederum bezweifeln dass überhaupt so viel Strom bereitgestellt werden kann. Man liest auch immer wieder, dass Deutschland für den Betrieb von 45 Millionen Elektroautos die doppelte Menge an Strom produzieren müsste.

All diese Lügen und Halbwahrheiten, die zu dem Mythos geführt haben, möchte ich mit ein paar Zahlen und der Erläuterung der Zusammenhänge widerlegen und klarstellen, wie es tatsächlich ist.

Wir legen folgende Fakten zugrunde:

Deutsche Stromhandelsbilanz 2000 bis 2015

Die Spange zwischen Import und Export weitet sich immer mehr

Fazit:
Bereits jetzt kann ein großer Teil von Elektrofahrzeugen (>20 Millionen) problemlos vom bestehenden Netz und den Überschüssen bei der Erzeugung versorgt werden. Ein Ausbau der Infrastruktur ist punktuell ohne Zweifel notwendig, ein grundsätzliches Problem existiert jedoch nicht. Selbst wenn ab sofort nur noch Elektroautos verkauft würden, dauert die Erneuerung der Fahrzeugflotte bei drei bis vier Millionen Neuzulassungen pro Jahr mindestens 12 Jahre und bis dahin wird der Anteil der erneuerbaren Energien weiter rapide gestiegen sein.

Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist zudem der Strom den die Raffinerien benötigen um aus dem Rohöl Benzin zu produzieren. Allerdings fallen bei der Erzeugung auch andere Nebenprodukte an, weshalb die Differenzierung und das Runterbrechen auf eine konkrete Stromerparnis nur sehr schwierig zu belegen ist. Dazu kommt noch der Energieaufwand für die Ölförderung und dem Transport rund um den Globus. Man geht in Summe, je nach Quelle, von 0,3 bis 2 kWh eingesparter Energie pro Liter Kraftstoff aus, im besten Fall wäre dies also bereits die Hälfte vom Bedarf der Gesamtflotte.

Wichtig ist es zukünftig den Strompreis nach Verfügbarkeit zu regeln, d.h. zwischen 2 und 6 Uhr früh oder wenn generell mehr erzeugt als verbraucht wird, dann muss der Strom wesentlich günstiger sein als zur Spitzenlast. Denkbar wäre auch ein Tarif, der um einen gewissen, festen Prozentsatz reduziert angeboten wird und je nach Last im Gesamtnetz mehr oder weniger Strom zum Aufladen bereitstellt, was wiederum über eine Internet-Verbindung der eigenen Wandladestation dynamisch geregelt würde.

Die vielen geparkten Elektrofahrzeuge können mittelfristig durch die großen Akkukapazitäten sogar zur Netzstabilität beitragen. So könnte etwa ein gewisser, individuell wählbarer Prozentsatz der Kapazität vom jeweiligen Autobesitzer für die Netzregelung bereitgestellt und die Nutzung abgegolten werden.

Wie ist eure Meinung? Hinterlasst mir doch einen Kommentar unter diesem Blogeintrag, das geht auch als Gast.

Weiterlesen im Blog: Marktentwicklung reiner Elektrofahrzeuge und Einflussfaktoren

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