^ übersicht Innovationen der Lichttechnologie beim Auto der Zukunft

24.04.2016 by Tesla3.de

„Scheinwerfer sind wie die Augen der Menschen, sie verraten sehr viel über den Typ“

Achim Storz, Designer 2012

Die modernen Lichttechnologien begeistern mich schon seit einigen Jahren. Wir haben uns im Freundeskreis Anfang des neuen Jahrtausends die ersten bezahlbaren, sehr hellen LED-Taschenlampen noch in den Vereinigten Staaten bestellt, die mit einer einzigen AA-Batterie im Vergleich zu bisherigen Taschenlampen extrem hell waren und weit leuchten konnten. Auf einen Fahrradlenker montiert, konnte man mit einer einzigen hellen LED jeden Park für Nachtfahrten perfekt ausleuchten, das ging davor nur mit mehreren Leuchtmitteln und zahlreichen Batterien, was entsprechend klobige Gehäuse zur Folge hatte.
Nun war es erstmals möglich in ein kleines Gehäuse eine so helle Lampe zu verbauen, dass jeder Einsatz – angesichts der bisherigen Lampentechnologie im Hinterkopf – unweigerlich zu einem breiten Grinsen im Gesicht führte.

Von der Funzel zur Wunderlampe

Die erste LED im Jahr 1962 erreichte eine Lichtausbeute von 0,1 Lumen pro Watt, mittlerweile hat sich die Effektivität durch die höhere Qualität der Halbleiterschichten und andere Optimierungsmaßnahmen auf 100 Lumen und mehr pro Watt erhöht. Deshalb kam diese strom- und platzsparende Technologie aus der schönen, neuen Welt der Halbleiter auch endlich ab 2004 im Auto serienmäßig zum Einsatz. Mittlerweile sind LEDs in Auto-Schweinwerfern der Standard, wer jetzt noch mit Xenon- oder gar klassischen Glühlampen daher kommt, der kann damit niemanden mehr hinter dem Ofen hervorlocken.

Tesla Model S Facelift LED Beleuchtung und Audi Matrix-LED-Scheinwerfer

Das Tesla Model S mit LED-Beleuchtung und die Matrix-LED-Technologie von Audi

In der neuesten Fahrzeug-Generation gehen die Hersteller noch einen Schritt weiter und verbauen Laserdioden-Scheinwerfer. Diese lassen sich über tausende einzeln steuerbarer Mikrospiegel noch flexibler einsetzen, so dass etwa entgegenkommende Fahrzeuge von den Sensoren erfasst und präzise aus dem Lichtkegel ausgenommen werden können. Das blendfreie Fernlicht ist mit den Matrix-LED-Scheinwerfern von Audi zwar auch schon möglich, aber mit dem Laser-Licht nimmt die Genauigkeit und Helligkeit deutlich zu. Der Stromverbrauch ist gegenüber der LED-Varianten um ca. 30% reduziert und die Leuchtweiten in einem Bereich angelangt, der für alle Anwendungsfälle vollkommen ausreichend ist.

Warum rund, wenn es auch eckig geht?

Die LED- und Laserdioden-Beleuchtung ermöglicht beim Design der Scheinwerfer durch die Wahl beliebiger Formen mehr Flexibilität. Die moderne Optik gefällt mir persönlich besser und ich mag auch die oft hervorgehobenen Randbereiche sehr gerne. Tesla hat mit dem Facelift des Model S die Optik und Funktionalität der Scheinwerfer modernisiert (siehe Bild oben), beim Design und der Technologie hat aktuell meiner Meinung nach jedoch Audi die Nase vorne. BMW bietet im neuen 7er ebenfalls optional Laser-Scheinwerfer an, die Optik trifft aber zumindest meinen Geschmack gar nicht.

Audi RS8 mit Laserdioden-Scheinwerfern

Aggressives und modernes Design mit Laserdioden beim Audi R8, da fehlt nur noch der Elektromotor

Das Lichtschwert für die Straße

Bereits durch die LED-Technologie wurden optisch hochwertige und für die Sicherheit nützliche Spielereien möglich, wie etwa das dynamische Kurvenlicht oder ein Blink-Lauflicht, das den anderen Verkehrsteilnehmern die Richtung des Abbiegens nicht nur durch die Blinkerposition am Fahrzeug, sondern zusätzlich durch die Laufrichtung deutlich signalisiert. In Versuchen hat sich herausgestellt, dass Fußgänger den Blinkvorgang dadurch früher registrieren.
Wirklich wegweisend ist aber was mit der Laser-Beleuchtung zukünftig möglich ist. Zwei Innovationen von Audi, die mir besonders gut gefallen, sind einerseits das Laser-Schlusslicht, das durch eine gerade Markierung hinter dem Fahrzeug dem Hintermann signalisiert wieviel Abstand er aufgrund der Verkehrssituation mindestens halten sollte. Und andererseits das sogenannte Baustellen-Licht, bei dem in allen engen Passagen durch zwei gerade Lichtstreifen die Breite des eigenen Fahrzeugs auf dem Boden markiert wird, was dann so aussieht:

Audi Laser-Schlusslicht und Baustellenlicht

Links das Laser-Schlusslicht mit Bodenmarkierung und rechts das Baustellenlicht

Das ist aber noch längst nicht alles was mit der Laser-Beleuchtung möglich ist.
Zukünftig findet eine Kommunikation zwischen Fahrzeug und Außenwelt mittels auf die Fahrbahn projizierten Lichtsignalen statt. Damit kann das glücklicherweise leise Elektroauto des 21. Jahrhunderts etwa auf seine Anwesenheit oder Gefahrensituationen aufmerksam machen, ohne dabei unbeteiligte Verkehrsteilnehmer oder Anwohner zu belästigen.

Kommunikation zwischen Auto und Fußgänger

Das Auto warnt den Fußgänger vor dem Gegenverkehr

Was kommt als nächstes?

Die Licht-Technologien, die innerhalb der letzten Jahre im Automobilsektor den Weg in die Serie gefunden haben sind faszinierend. Besonders die sehr flexibel steuerbaren Laserdioden stellen eine kleine Revolution dar und sind in Kombination mit den in ein paar Jahren öfter anzutreffenden Autopiloten eine sinnvolle und gegenüber Anwohnern diskrete Schnittstelle zwischen dem Fahrzeug und der Außenwelt.

Es wird spannend zu sehen, was den Entwicklern noch alles einfällt um die neuen Möglichkeiten bei der Beleuchtung für weitere optische und sicherheitstechnische Innovationen zu nutzen. Diskutiert werden bereits organische Leuchtoberflächen auf dem Fahrzeug und Lichtquellen, die sich physisch vom Fahrzeug entfernen können.

Wie ist eure Meinung? Hinterlasst mir doch einen Kommentar unter diesem Blogeintrag, das geht auch als Gast.

Weiterlesen im Blog: Alle Infos zur Förderung von Elektroautos Teil 2 – Deutschlands Masterplan

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