„Wir haben etwas gerechnet und kamen darauf, dass man mit 10.000 AA-Batterien fast 1000 Meilen schaffen könnte. Das war totales Nerd-Gerede und irgendwann sind alle eingeschlafen, aber mich hatte die Idee voll erwischt.“

JB Straubel, CTO Tesla Motors 2015

Das Unternehmen Tesla Motors Inc. wurde 2003 gegründet und ist somit der jüngste amerikanische Autohersteller, der an der Massenproduktion von Kraftfahrzeugen partizipiert.

Von Beginn an hatten die Gründer Elon Musk, Martin Eberhard, Marc Tarpenning, JB Straubel und Ian Wright das Ziel der Elektromobilität zum Durchbruch zu verhelfen und haben dies als wichtigstes Unternehmensziel festgelegt.

Details und Zahlen finden sich im entsprechenden Wikipedia-Eintrag von Tesla Motors, auf dieser Seite soll der Aufstieg des Unternehmens von den ersten Rückschlägen bei der Prototyp-Entwicklung bis zum neuesten Fahrzeugmodell für den Mittelklasse-Markt dargestellt werden.

  1. Die ersten Jahre
  2. Vorstellung des Roadster
  3. Aufstieg zur ernsthaften Konkurrenz - Model S und X
  4. Mit dem Model 3 und der Gigafactory den Etablierten das Fürchten lehren

Die ersten Jahre

Jeffrey Brian "JB" Straubel

Die Geschichte von Tesla Motors beginnt noch vor der Gründung des Unternehmens Ende der 90er Jahre, als Jeffrey Brian "JB" Straubel (siehe Foto) seine ersten Experimente mit Elektromotoren durchführte und wie so viele vor ihm durch die Grenzen der Akkutechnologie in seinem Vorhaben ein rein elektrisches Fahrzeug zu bauen limitiert wurde.

Als dann Anfang des neuen Jahrtausends die Akkutechnologie mit den runden Lithium-Ionen-Zellen "18650" (Durchmesser 18 mm, Höhe 65 mm) wesentliche Verbesserungen erreicht hatte, fragte sich Straubel im Gespräch mit einigen technikbegeisterten Arbeitskollegen ob man nicht 10.000 dieser Dinger in einem großen Akkupack zusammenschalten könnte, was bei einem kleinen und sportlichen Elektroauto grob einer Reichweite von 1000 Meilen (1610 km) entsprechen würde.

Die Idee war ein sehr aerodynamisches Fahrzeug zu bauen, dessen Gewicht zu 80% aus Akkus bestand und das zunächst als Machbarkeitsstudie die Leistungsfähigkeit moderner Lithium-Ionen-Akkus demonstrieren sollte.

Nachdem seine Kollegen sich bereit erklärt hatten bei entsprechender Finanzierung an dem Projekt mitzuarbeiten, fand Straubel zunächst keinen Investor für diese Idee.

Im Herbst 2003 traf er dann Elon Musk, der von der Idee begeistert war und ihm bei der Finanzierung des Projektes half.

Am 1. Juli 2003 gründeten unabhängig davon Martin Eberhard und Marc Tarpenning das Unternehmen Tesla Motors, ebenfalls mit dem Ziel einen Elektro-Sportwagen mit Lithium-Ionen-Akkus zu entwickeln, auf Basis der Karosserie des Lotus Elise.

Auf der Suche nach Investoren begegneten die beiden schließlich Elon Musk im Januar 2004, der nach einem intensiven Gespräch seinem Einstieg als größter Anteilseigner in das Unternehmen zustimmte, JB Straubel folgte ihm wenig später. Das war letztendlich die Geburtsstunde von Tesla Motors und ihrer einzigartigen, gemeinsamen Vision.

Detaillierte Informationen zu den Anfangsjahren des Unternehmens findet man, mit jeder Menge Anekdoten gewürzt, in der sehr empfehlenswerten Biografie von Elon Musk, die jeder Interessierte gelesen haben sollte.

Vorstellung des Roadster

Der Roadster zeigte, dass ein Elektroauto mit hoher Leistung und Reichweite machbar ist

Auf dem Weg einen Prototypen für ihr erstes Elektrofahrzeug zu entwickeln entstand bei Tesla Motors der Name "Roadster", der zunächst aus einem riesigen Akkupack und einem Elektromotor mit Zweigang-Getriebe in der Karosserie eines Lotus Elise gebaut werden sollte.

Der Prototyp war im Januar 2005 fahrtüchtig, das Ziel war es die ersten Fahrzeuge im Jahr 2006 an die Kunden auszuliefern.

Der mit Abstand größte Entwicklungsaufwand floss in das Akkupack und Getriebe des Fahrzeuges, zudem wurden an der aus Karbonfaser hergestellten Karosserie zahlreiche Verbesserungen vorgenommen. Beim Akku stellten sich sowohl die Kühlung als auch die Gefahr unkontrollierter Reaktionen der Lithium-Ionen-Zellen als eine Herausforderung dar. Das Zweigang-Getriebe musste letztendlich wegen anhaltender Probleme fallen gelassen und durch Änderungen an Motor und Wechselrichter kompensiert werden.

Dies alles führte dazu, dass der Roadster erst am 17.3.2008 in die Kleinserienproduktion ging. Ende des Jahres 2012, zum Lieferbeginn des Tesla Model S, wurde die Produktion des Roadsters schließlich nach ungefähr 2.500 verkauften Einheiten eingestellt.

Aufstieg zur ernsthaften Konkurrenz - Model S und X

Im Jahr 2009 wurde erstmals der Prototyp des Model S vorgestellt, das zu der Zeit noch als Projekt "Whitestar" bezeichnet wurde. Es sollte Teslas erstes vollständig selbst entwickeltes Fahrzeug werden und kein umgebautes bestehendes Fahrzeugmodell, wie es der Roadster war.

Ein Vorteil der Neukonstruktion war, dass alle Komponenten auf die ausschließliche Nutzung von Elektromotor und Akkupack perfekt abgestimmt werden konnten, beste Voraussetzungen also um etwas vollständig Neues zu schaffen.

Besonderheiten wie das bis zu 750kg schwere Akkupack im Fahrzeugboden, das für einen niedrigen Schwerpunkt sorgt, oder der freie Platz im Motorraum, der sowohl als vorderer Kofferraum genutzt werden kann als auch gleichzeitig durch zusätzliche Verstrebungen die Sicherheit der Insassen erheblich erhöht, waren nun möglich.

Mit dem Tesla Model S begann eine neue Ära der Elektromobilität

Das charakteristische Design des Model S stammt aus der Feder des Automobildesigners Franz von Holzhausen, der von Mazda im Jahr 2008 als Chefdesigner zu Tesla Motors wechselte.

Zum ersten Mal wurde im Model S in einem Auto ein berührungsempfindlicher 17" Bildschirm verbaut, mit dem sich fast alle Funktionen des Fahrzeugs steuern lassen.

Das Model S wurde aufgrund seiner Fahreigenschaften, der besten jemals erreichten Sicherheitsbewertung, seiner Qualität, dem Serviceangebot und der vielen einzigartigen Tesla Besonderheiten von den Käufern und in der Presse begeistert aufgenommen.

Bis Ende 2015 konnten trotz Preisen zwischen etwa 80.000 und 150.000 Euro, je nach Ausstattung und gewählter Motorisierung und Akku-Kapazität, über 100.000 Einheiten abgesetzt werden, womit Tesla zur ernstzunehmenden Konkurrenz im Oberklassensegment avanciert. In einzelnen Märkten wie USA, Schweiz oder Norwegen gelang es Tesla mehr Model S abzusetzen als Mercedes mit seiner gesamten Palette an S-Klasse-Fahrzeugen, was ein beeindruckendes Ergebnis darstellt und für Nervosität in den Chefetagen der etablierten Hersteller gesorgt haben dürfte.


Mit dem Model X wollte Tesla auch im lukrativen SUV-Geschäft mitmischen und erstmalig eine vollelektrische Variante dieses Fahrzeugtyps auf den Markt bringen:

Tesla Model X mit aufgeklappten "Falcon Wing"-Flügeltüren

Nachdem der Prototyp Anfang 2012 vorgestellt wurde, sollte es noch fast vier Jahre bis zur reibungslosen Massenproduktion dauern, was vor allem an den vielen besonderen Ausstattungsmerkmalen wie den zweiteiligen Flügeltüren "Falcon Wings", den einzeln verstellbaren Rücksitzen, aber auch Problemen mit den Dichtungen in Zusammenhang mit der komplexen Karosseriekonstruktion und dem sehr großen Panoramadach lag.

Immerhin hat Tesla daraus gelernt und Elon Musk erwähnte, dass es sich beim Model X um das komplexeste je von Tesla gebaute Fahrzeug handelt und sie auch nicht planen jemals wieder soviel Komplexität in einem Auto zu vereinen.

Das Fahrzeug wurde trotz noch höherer Preise als beim Model S bis Ende 2015 bereits über 30.000 Mal vorbestellt und bietet viele technische Spielereien, wie etwa selbstständig öffnende und schließende Vordertüren oder den Biowaffenmodus.

Ob die hohen Entwicklungskosten des Model X auf absehbare Zeit wieder eingespielt werden können ist momentan fraglich, allerdings hat Tesla viel dabei gelernt und wird die Fehler bei ihrem wichtigsten Modell, dem Tesla Model 3 sicher nicht wiederholen!

Mit dem Model 3 und der Gigafactory den Etablierten das Fürchten lehren

Bereits 2008 von Elon Musk als Ziel für sein Unternehmen gegenüber Investoren angekündigt, nimmt die Entwicklung des Tesla Model 3 nun langsam konkrete Formen an.

Die Vorstellung des Prototypen fand am Donnerstag, den 31.3.2016 statt und ab sofort lässt sich das Model 3 für eine Gebühr von 1000 Euro vorbestellen. Der Produktionsbeginn ist für Ende 2017 geplant, in Europa sollte man also nicht vor Mitte 2018 mit ersten Fahrzeugen rechnen.

Bis auf den avisierten Preis von 35.000 $, der geplanten Größe und Zielgruppe, die dem BMW 3er bzw. Audi A4 entsprechend wird, und einer Reichweite von mindestens 350 km ist bisher nicht viel an Fakten zum Model 3 bekannt. Was bereits bekannt ist kann man in den neuesten Blog-Einträgen nachlesen.

Der Prototyp vom Model 3

Weiterlesen: Produktion der Fahrzeuge in der Fabrik der Zukunft


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