^ übersicht Das Wunderauto mit 1000 km Reichweite - Tesla baut den Tesla-Killer

18.11.2017 by Tesla3.de

Die Geschichte von Tesla Motors begann auf einem Männerabend, auf dem der CTO Jeffrey Brian "JB" Straubel mit ein paar Kollegen die Idee entwickelte, ein Elektroauto mit den zu der Zeit neu auf den Markt gekommenen Lithium-Ionen-Akkuzellen zu fertigen. Nach einer groben Überschlagsrechnung sind sich die Kollegen darüber einig, dass man durch das Zusammenschalten mehrerer tausend dieser handelsüblichen Akkuzellen, einem Fahrzeug mit Elektromotor durchaus praxistaugliche Reichweiten entlocken könnte. Der Glaube an diese Vision hat JB Straubel seit diesem Abend nicht mehr los gelassen und führte letztendlich zur Gründung des Unternehmens Tesla, zum Einstieg von Elon Musk als Geldgeber und CEO, und zur Entstehung des ersten Roadster-Prototypen im Jahr 2006.

Dieser erste Roadster, dessen reguläre Produktion nach den gewohnten Verzögerungen von 2008 bis 2012 erfolgte, basiert noch auf der Karosserie des Lotus Elise, von dem viele Bauteile übernommen wurden. Ab 2012 produzierte Tesla dann das erste vollständig selbst entwickelte, elektrische Serienfahrzeug, das bis heute konkurrenzlose Model S.

Nachdem das Model S immer mehr Erfolge feiert und sich größter Beliebtheit erfreut, begannen auch die etablierten Autohersteller aufzuwachen und einen Tesla-Killer nach dem anderen anzukündigen. Bis heute ist allerdings kein Serienfahrzeug im europäischen Handel erhältlich, das für das Model S eine ernstzunehmende Konkurrenz darstellt. Selbst die für die nächsten Jahre angekündigten Elektroautos der großen Hersteller erreichen nicht einmal auf dem Papier die Leistungsdaten, die ein aktuelles Model S bereits heute auf die Straße bringt.

Tesla hat die vielen Jahre seit der Einführung des Roadster und Model S natürlich nicht geschlafen, sondern neben der Kostenreduktion der bestehenden Technologie für das Großserienfahrzeug Model 3, auch massive Weiterentwicklung auf allen Ebenen betrieben, deren erste Ergebnisse von Elon Musk gestern Nacht, im Rahmen einer Informationsveranstaltung zum Thema elektrische Lastwagen, vorgestellt wurden.

Nach der Vorstellung dieses schlicht "Semi Truck" genannten LKW, öffnete sich die Ladefläche und heraus kam der nächste Coup der Tesla-Ingenieure, der neue Roadster.

Der neue Tesla Roadster verlässt den Semi Truck

Der neue Roadster fährt plötzlich aus dem Semi Truck heraus

Neue Maßstäbe für Beschleunigung, Reichweite und Akkugröße

Waren die Spitzenmodelle des Model S mit Beschleunigungswerten von 0 auf 100 in 2,5 Sekunden und praxistauglichen Reichweiten von bis zu 540 Kilometern der Konkurrenz schon weit enteilt, so legt der neue Roadster hier nun mehr als nur eine Schippe drauf.

Tesla verspricht Beschleunigungswerte von 0 auf 60 mph (entspricht 97 km/h) in rekordverdächtigen 1,9 Sekunden und eine Reichweite über 1000 Kilometer bei den in Amerika üblichen Autobahngeschwindigkeiten. Als wäre das noch nicht genug, erreicht der neue Roadster Geschwindigkeiten über 400 km/h, was selbst auf der Rennstrecke selten ausgereizt werden dürfte.

Der neue Tesla Roadster in der Vorderansicht

Eine aggressive und perfekt durchgestylte Frontpartie

Auch bei der Akku-Technologie gab es seit dem ersten Roadster anno 2006 massive Verbesserungen, so wurde die Kapazität von ursprünglich 56 kWh auf beeindruckende 200 kWh gesteigert. So viele Akkuzellen muss man erstmal im Unterboden eines vergleichweise kleinen Sportwagens unterbringen. Die Konkurrenz hat bisher vorwiegend Fahrzeuge der SUV-Klasse vorgestellt, da sich dort mit weniger Aufwand große Akkupacks unterbringen lassen und die höheren Gewinnmargen den Preis des Energiespeichers, insbesondere für Hersteller ohne eigene Zellfertigung, verschmerzbarer machen.

Zur Ladegeschwindigkeit gibt es bisher keine Aussage, jedoch ist bekannt, dass Tesla seit längerer Zeit an der nächsten Generation der Supercharger arbeitet und bei solch hohen Reichweiten es sowieso in der Regel möglich ist das Fahrzeug am Zielort über Nacht aufzuladen.

Der neue Tesla Roadster in der Heckansicht

Dem Heck sieht man die Optimierung im Windkanal an

Die beeindruckenden Leistungsdaten sind allerdings noch nicht alles, was der neue Roadster aufzuweisen hat. Er bietet Platz für vier Personen, wobei der Fahrzeugklasse entsprechend die hinteren Sitze weder für große Personen noch für längere Fahrten geeignet sein dürften. Zudem hat man an die Praxistauglichkeit gedacht und verspricht einen geräumigen Laderaum, dessen genaue Größe allerdings noch unbekannt ist.

Der Preis ist heiß

Das Basismodell wird 200.000 $ (aktuell etwa 170.000 Euro vor Steuern) kosten, die Vorbesteller müssen jedoch eine üppige Anzahlung von 50.000 $ einplanen.
Die auf 1000 Fahrzeuge limitierte "Founders Series" liegt bei 250.000 $, hierfür ist gar der komplette Kaufpreis im Voraus zu entrichten.
Da die ersten Roadster nicht vor 2020 vom Band rollen, ist das ein Vertrauensvorschuss, den entsprechend wohlhabene Kunden des Unternehmens erfahrungsgemäß gerne für diese Exklusivität leisten werden.

Das Cockpit des neuen Tesla Roadster

Die Handschrift des ehemaligen Porsche-Designers Félix Godard ist unverkennbar

Fazit

Der neue Roadster hat das Zeug zum Kultfahrzeug zu werden. Als erstes in Serie gefertigtes Elektroauto mit einer vierstelligen Reichweite und Beschleunigungswerten von 0 auf 100 in ungefähr 2 Sekunden, dürfte es so schnell keine Konkurrenz am Horizont erblicken. Zudem ist das Design sehr gefällig und was bisher vom Cockpit zu sehen war, das scheint ebenfalls neue Maßstäbe zu setzen.
Es ist immer wieder beeindruckend zu sehen, dass bei Tesla die Fahrzeuge nicht auf einzelne Parameter hin optimiert werden, sondern dass man versucht ein stimmiges Gesamtpaket zu liefern. Neben dem großen Entwicklungsvorsprung, der einzigartigen Optik der Fahrzeuge und dem genialen Marketingkonzept, dürfte das den Kern des Erfolges dieser Marke ausmachen.
Bis heute hat die etablierte Konkurrenz das entweder noch nicht vollständig verstanden oder unternimmt keine nennenswerten Anstrengungen, um selbst eines Tages in dieser Liga der Elektrofahrzeuge mitspielen zu können. Anders sind beispielsweise die, bis heute halbgaren, Versuche eine Ladeinfrastruktur oder eine Zellfertigung aufzubauen, nicht erklärbar.

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